Zum Hauptinhalt springen
Sonne nach Wunsch. Zuhause genießen.

Sonnenschutz nachrüsten: Was ist bei bestehenden Fenstern und Fassaden möglich?

Sonnenschutz lässt sich bei vielen bestehenden Häusern und Wohnungen nachrüsten. Entscheidend ist aber nicht zuerst das gewünschte Produkt, sondern die vorhandene Situation: Fenster, Fassade, Platz, Befestigung, Strom und Nutzung.

Ein Vorbaurollladen kann an einem Fenster gut funktionieren, während am nächsten kaum Platz für Kasten und Führung bleibt. Ein Raffstore braucht andere Führungen und reagiert stärker auf Wind. Eine Markise wiederum belastet die Fassade ganz anders als ein leichter Sonnenschutz am Fenster.

Die wichtigste Regel bei der Nachrüstung: Erst die Einbausituation prüfen, dann das System auswählen. So lassen sich spätere Kompromisse bei Optik, Bedienung und Befestigung vermeiden.

Was sollte vor der Produktauswahl geklärt werden?

1. Was soll verbessert werden?

Geht es vor allem um Hitzeschutz, Verdunkelung, Sichtschutz, Lichtlenkung oder einen Schattenplatz auf Terrasse und Balkon?

2. Wo ist Platz?

Kasten, Führungsschienen, Konsolen oder ein Markisengehäuse benötigen realen Montageplatz. Fensterlaibung, Sturz, Fassade und Öffnungsflügel müssen mitgedacht werden.

3. Worin kann befestigt werden?

Beton, Vollziegel, Hochlochziegel, Wärmedämmverbundsystem oder andere Fassadenaufbauten verlangen unterschiedliche Befestigungskonzepte.

4. Wie soll bedient werden?

Manuell, elektrisch oder automatisch? Bei Motorisierung müssen Stromversorgung, Leitungsweg und Steuerung von Anfang an berücksichtigt werden.

Vorbaurollläden: häufig gut für die Nachrüstung geeignet

Vorbaurollläden werden vor dem bestehenden Fenster montiert und sind deshalb bei Sanierungen und Nachrüstungen häufig eine praktische Lösung. Der Rollladenkasten bleibt von außen sichtbar und muss so positioniert werden, dass Fensteröffnung und Glasfläche möglichst wenig beeinträchtigt werden.

Zu prüfen sind unter anderem die verfügbare Höhe über dem Fenster, die Breite für die Führungsschienen, vorhandene Fensterbänke, Griffe, Insektenschutz und die Frage, ob der Kasten auf der Fassade oder in der Laibung sitzen soll.

Für Räume, in denen neben Hitzeschutz auch Verdunkelung und Privatsphäre wichtig sind, ist ein Rollladen oft besonders interessant.

Raffstores nachrüsten: mehr Lichtsteuerung, aber andere Anforderungen

Raffstores liegen ebenfalls außen vor der Verglasung, können Tageslicht aber über verstellbare Lamellen wesentlich flexibler steuern. Das macht sie attraktiv für Wohnräume und große Fensterflächen, die tagsüber hell bleiben sollen.

Bei der Nachrüstung müssen Oberschiene beziehungsweise Blende, seitliche Führung und die Windbelastung berücksichtigt werden. Je nach Fenster und Fassade kann ein Raffstore mehr Platz benötigen als zunächst erwartet.

Außerdem ist die elektrische Bedienung bei Raffstores besonders üblich. Deshalb sollte früh geklärt werden, wie Motor und Steuerung versorgt werden können.

Markise nachrüsten: Die Fassade ist Teil der Konstruktion

Bei einer Markise wirken deutlich höhere Kräfte auf die Befestigung als bei einem leichten innenliegenden Sonnenschutz. Gewicht, Ausfall und vor allem Windlasten werden über die Konsolen in das Gebäude eingeleitet.

Deshalb muss geklärt werden, aus welchem Baustoff Wand oder Decke bestehen und wie die Last dort sicher verankert werden kann. Beton, Vollziegel und Hochlochziegel verhalten sich bei der Befestigung unterschiedlich.

Was gilt bei einer gedämmten Fassade?

Eine Markise darf nicht einfach nur im Dämmstoff befestigt werden. Bei einem Wärmedämmverbundsystem muss die Last in einen geeigneten tragenden Untergrund übertragen werden. Dafür gibt es zugelassene Abstandsmontagesysteme, die die Dämmschicht überbrücken und die Befestigung thermisch günstiger ausführen können.

Wie die konkrete Befestigung aussehen muss, hängt von Dämmstärke, Wandbaustoff, Markisengröße und auftretenden Lasten ab. Genau deshalb gehört die Befestigung bei gedämmten Fassaden zur Planung – und nicht erst zum Montagetag.

Innenliegender Sonnenschutz: wenn außen nicht möglich oder nicht gewünscht ist

Rollos, Innenjalousien oder Vorhänge und Gardinen lassen sich meist mit weniger Eingriff in die Gebäudehülle nachrüsten. Das ist interessant, wenn außen keine Montage möglich ist, die Fassade unverändert bleiben soll oder Sicht- und Blendschutz wichtiger sind als maximaler Hitzeschutz.

Für sommerlichen Hitzeschutz ist außenliegender Sonnenschutz in der Regel wirksamer, weil die Sonnenstrahlung bereits vor der Verglasung reduziert wird. Innenliegende Lösungen bleiben aber eine praktische Alternative, wenn die baulichen oder rechtlichen Voraussetzungen außen fehlen.

Braucht eine Nachrüstung einen Stromanschluss?

Nicht zwingend. Rollläden und Markisen können je nach System auch manuell bedient werden. Bei Raffstores und größeren Anlagen ist Motorisierung jedoch häufig komfortabler und teilweise praktisch die sinnvollere Lösung.

Ist kein Stromanschluss am Fenster oder an der Terrasse vorhanden, sollte geprüft werden, ob eine Leitung sinnvoll nachgeführt werden kann. Je nach Produkt gibt es auch Funk- und teilweise solarunterstützte Antriebslösungen. Was technisch sinnvoll ist, hängt vom konkreten System ab.

Arbeiten an der festen Elektroinstallation gehören in die Hände eines entsprechend befugten Fachbetriebs. Deshalb ist es sinnvoll, elektrische Anforderungen schon vor Bestellung und Montage zu klären.

Mietwohnung, Wohnungseigentum oder Schutzzone: vorher Zustimmung klären

Außenliegender Sonnenschutz verändert häufig das äußere Erscheinungsbild und kann in die Fassade eingreifen. In Mietobjekten oder Wohnungseigentumsanlagen sollte deshalb vor der Montage geklärt werden, ob Eigentümer, Hausverwaltung oder andere Stellen zustimmen müssen.

Bei geschützten Fassaden, Schutzzonen oder besonderen baurechtlichen Situationen können zusätzliche Vorgaben gelten. Welche Genehmigung im konkreten Fall notwendig ist, hängt vom Gebäude und Standort ab und sollte vor der Bestellung geklärt werden.

Was wird beim Aufmaß tatsächlich geprüft?

  • lichte Fenster- oder Türmaße und verfügbare Montageflächen
  • Fensterlaibung, Sturz, Fensterbank und Öffnungsrichtung
  • Material und Aufbau der Fassade beziehungsweise des Montageuntergrunds
  • Dämmstärke und mögliche Verankerung im tragenden Untergrund
  • Platz für Kästen, Führungsschienen, Konsolen und Motoren
  • Stromanschluss und möglicher Leitungsweg
  • Wind- und Sonneneinwirkung am tatsächlichen Standort
  • vorhandene Bauteile wie Fliegengitter, Geländer, Dachvorsprünge oder Außenleuchten

Welches System passt typischerweise zu welcher Aufgabe?

ZielHäufig passende LösungBei Nachrüstung besonders prüfen
Hitzeschutz und VerdunkelungVorbaurollladenPlatz für Kasten und Führungen, Fensteröffnung
Hitzeschutz mit TageslichtRaffstoreFührung, Windbelastung, Platz und Motorisierung
Terrasse und große Glasfläche beschattenMarkisetragfähiger Untergrund, Konsolen, Dämmung und Wind
Sicht- und Blendschutz innenRollo oder InnenjalousieFenstergriff, Öffnungsflügel, Stoff und Befestigung
Raumgestaltung und PrivatsphäreVorhänge und GardinenRaumhöhe, Stange oder Schiene, Heizkörper und Möbel

Häufige Fehler bei der Nachrüstung

Viele Probleme entstehen nicht durch das Produkt selbst, sondern weil wichtige Randbedingungen zu spät berücksichtigt werden. Typische Beispiele sind ein Rollladenkasten, der zu viel Glasfläche verdeckt, eine Führungsschiene im Konflikt mit dem Fenstergriff, ein fehlender Stromanschluss oder eine Markisenbefestigung, die erst auf der Baustelle an die Dämmung angepasst werden soll.

Auch die Optik sollte früh betrachtet werden. Außenliegende Kästen, Schienen und Konsolen bleiben sichtbar. Eine technisch mögliche Lösung ist deshalb nicht automatisch die gestalterisch beste.

Häufige Fragen zur Nachrüstung von Sonnenschutz

Fazit: Nachrüsten ist oft möglich – wenn zuerst das Gebäude betrachtet wird

Bestehende Fenster schließen guten Sonnenschutz nicht aus. Vorbaurollläden, Raffstores, Markisen und innenliegende Systeme lassen sich in vielen Situationen nachträglich umsetzen.

Die Qualität der Lösung entscheidet sich aber vor der Bestellung: Passt das System zum Fenster? Gibt es einen geeigneten Montageuntergrund? Wie wird eine Dämmung überbrückt? Ist Strom vorhanden? Und darf die Fassade verändert werden? Wer diese Fragen zuerst beantwortet, bekommt am Ende eine Lösung, die technisch und optisch besser zum Gebäude passt.

Sonnenschutz am Bestand richtig planen

AMBRA prüft die Einbausituation vor Ort, nimmt Maß und berät zu passenden Lösungen für bestehende Fenster, Fassaden, Terrassen und Balkone in Wien, Wiener Neustadt und Umgebung.

Quellen und weiterführende Informationen